Mein Studium an der Faculté des Lettres

Vor zwei Wochen hat die Uni offiziell begonnen, seit gestern bin auch ich endlich eine eingeschriebene Studentin an der Université Nice Sophia Antipolis im 2. Jahr des Studiengangs Langues Étrangères Appliquées Allemand Anglais. Leider besitze ich noch keinen Studentenausweis, die Karten dafür sind grad „en rupture de stock“, also nicht mehr vorrätig. Vive la France und so 😉

Ich habe insgesamt 14 Kurse, davon 5 Englisch-, 4 Wirtschafts- und 5 Deutschkurse. Der Großteil der Kurse geht nur 60 Minuten und man kann getrost 10 Minuten abziehen, weil meistens noch der „Appel“ gemacht wird, das heißt, es wird kontrolliert, wer da ist. Das ganze Unisystem ist ebenfalls sehr verschult, wir bekommen eigentlich in jedem Kurs jede Woche Hausaufgaben – und haben damit gut zu tun!

Die Englischkurse kann ich gut gebrauchen; nachdem ich mich in Regensburg ja „nur“ um Französisch gekümmert habe, ist mein Englisch ein wenig eingerostet. Jetzt habe ich hier „Lecture de presse“, „Expression orale“, „Correspondance commerciale“, „Version spécialisée“ und „Civilisation US“, bis jetzt alles machbar – die Franzosen haben es da ein wenig schwieriger 😉
Die Wirtschaftskurse sind da schon sehr viel anspruchsvoller und vor diesen Prüfungen habe ich richtig Respekt. Wir haben eine Vorlesung Makroökonomie, eine Übung mit dem Thema Wirtschaftspolitik, dann einen Expression-Kurs für unser schriftliches Französisch und schließlich eine Art Projekt, bei dem wir zu dritt eine Hausarbeit schreiben müssen. Das klingt an sich gar nicht so kompliziert, allerdings redet der Wirtschaftspolitik-Dozent, bei dem wir gleichzeitig auch noch das Projekt haben, ohne Punkt und Komma. Er erzählt ganz ganz ganz viel – und irgendwie schaffe ich es noch nicht, das Wichtige herauszufiltern. Aber immerhin verstehe ich sprachlich fast alles – der Rest kommt hoffentlich noch 🙂
Bezüglich der Deutschkurse wollen wir nochmal mit unserem Koordinator verhandeln…zwei der vier Kurse sind halt wirklich sinnlos für uns, da wir da zusammen mit den Franzosen unterrichtet werden und selbst die Dozenten uns schon gefragt haben, ob wir uns denn nicht langweilen würden. Wir versuchen, die aus dem Stundenplan zu kicken…oder zumindest soweit, dass keine Anwesenheitspflicht herrscht und wir einfach nur die Prüfung mitschreiben.

Prüfungen sind dann schon das nächste Thema 🙂
Wir schreiben in fast jedem Kurs zwei Prüfungen, insgesamt 24 – und das bis Weihnachten! Diese Zahl schockt mich immer wieder und ich frage mich wirklich, wie das die Franzosen drei Jahre lang durchhalten! Da finde ich das deutsche System schon sehr viel besser und entspannter 🙂

Obwohl vieles an der Uni neu und ungewohnt ist, tut es auch wieder gut, etwas sinnvolles Theoretisches zu machen und den Kopf ein wenig anzustrengen. 🙂 Deshalb werde ich mich hier richtig reinhängen und bin super motiviert, weil ich nach Möglichkeit Ende April wieder in Deutschland sein will.
Das nächste Mal deutschen Boden unter den Füßen habe ich allerdings glücklicherweise schon in drei Wochen – während der Vacances de Toussaint bin ich für eine Woche in Regensburg 🙂

Wer sich gerne meine Fakultät anschauen möchte, kann das hier tun:
http://www.youtube.com/watch?v=7g1enj_lPQM (et oui, faut comprendre le français! 😀 )
Ansonsten freue ich mich natürlich immer über Besuch 🙂

Bis bald,
Lisa

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