Fünf Wochen Uni: Check!

Ihr Lieben,

heute war der letzte Unitag und jetzt sind erstmal eine Woche Ferien, die Vacances de Toussaint stehen an. Wie ich schon im letzten Post geschrieben hatte, werde ich diese in Regensburg verbringen, morgen nachmittag geht es endlich los! J’ai trop hâte! 🙂

Die letzten Wochen waren dazu da, ein bisschen Routine in unser Uni-Leben zu bringen und uns endlich auch an den verschulten Unterricht zu gewöhnen.
In einem der beiden Deutschkurse, von denen ich das letzte Mal gesprochen hatte, ist für uns glücklicherweise die Anwesenheitspflicht weggefallen, so dass ich Dienstag nur noch von 12 bis 20 Uhr Uni hab (statt 9 bis 20 Uhr!). Die Klausur müssen wir dennoch mitschreiben, aber das sollte kein größeres Problem darstellen.
Klausuren habe ich bis jetzt noch nicht geschrieben, direkt nach den Ferien stehen allerdings 3 Prüfungen an – mal sehen, was dabei rauskommt.

Vor einer Woche hatte ich dann meinen zweiten französischen Geburtstag. Nachdem mein erster ja vor allem mit Spätschicht und unhöflichen Gästen zu tun hatte, war dieser richtig richtig schön!
Bereits am Morgen überraschte mich meine Mitbewohnerin A. mit einem supertollen Geburtstagstisch mit Kerzen, Muffins und „Joyeux Anniversaire“-Luftballons in der ganzen Wohnung! Da wir weder Ofen noch Mixer haben, hatte sie sich einen Mixer bei unseren Nachbarn ausgeliehen und die Muffins zum Backen in die Wohnung einer Kommilitonin gebracht – und das auch noch so, dass ich rein gar nichts mitbekommen habe!
In der Uni selbst stand Makroökonomie und Französisch auf dem Programm, 13 Uhr hatten wir zum Glück schon aus, so dass ich danach mit der Familie skypen konnte.
Abends haben wir uns schließlich alle am Place Masséna getroffen und sind von dort aus an den Strand gegangen (mit 3 Pullis und Strumpfhose unter den Jeans 😀 ). Der Abend wurde dann mit viel Wein begossen, außerdem hatte eine Freundin einen sehr leckeren Zitronen-Cheesecake gebacken!
Wir saßen bis circa 2 Uhr am Strand und haben uns glücklich geschätzt, in Nizza zu sein – anderswo hätten wir wahrscheinlich nicht draußen feiern können.

Alles in allem geht es mir gut hier, aber so langsam hab ich die Nase voll von Nizza – die „südländische“ Côte d’Azur – Mentalität geht mir auf die Nerven 😉
Da ich das ja bereits wusste, blieb der Kulturschock diesmal aus – nur sollte die nächste Frankreichreise bitte in den Norden gehen! 🙂

Viele liebe Grüße!
Lisa

Advertisements

Mein Studium an der Faculté des Lettres

Vor zwei Wochen hat die Uni offiziell begonnen, seit gestern bin auch ich endlich eine eingeschriebene Studentin an der Université Nice Sophia Antipolis im 2. Jahr des Studiengangs Langues Étrangères Appliquées Allemand Anglais. Leider besitze ich noch keinen Studentenausweis, die Karten dafür sind grad „en rupture de stock“, also nicht mehr vorrätig. Vive la France und so 😉

Ich habe insgesamt 14 Kurse, davon 5 Englisch-, 4 Wirtschafts- und 5 Deutschkurse. Der Großteil der Kurse geht nur 60 Minuten und man kann getrost 10 Minuten abziehen, weil meistens noch der „Appel“ gemacht wird, das heißt, es wird kontrolliert, wer da ist. Das ganze Unisystem ist ebenfalls sehr verschult, wir bekommen eigentlich in jedem Kurs jede Woche Hausaufgaben – und haben damit gut zu tun!

Die Englischkurse kann ich gut gebrauchen; nachdem ich mich in Regensburg ja „nur“ um Französisch gekümmert habe, ist mein Englisch ein wenig eingerostet. Jetzt habe ich hier „Lecture de presse“, „Expression orale“, „Correspondance commerciale“, „Version spécialisée“ und „Civilisation US“, bis jetzt alles machbar – die Franzosen haben es da ein wenig schwieriger 😉
Die Wirtschaftskurse sind da schon sehr viel anspruchsvoller und vor diesen Prüfungen habe ich richtig Respekt. Wir haben eine Vorlesung Makroökonomie, eine Übung mit dem Thema Wirtschaftspolitik, dann einen Expression-Kurs für unser schriftliches Französisch und schließlich eine Art Projekt, bei dem wir zu dritt eine Hausarbeit schreiben müssen. Das klingt an sich gar nicht so kompliziert, allerdings redet der Wirtschaftspolitik-Dozent, bei dem wir gleichzeitig auch noch das Projekt haben, ohne Punkt und Komma. Er erzählt ganz ganz ganz viel – und irgendwie schaffe ich es noch nicht, das Wichtige herauszufiltern. Aber immerhin verstehe ich sprachlich fast alles – der Rest kommt hoffentlich noch 🙂
Bezüglich der Deutschkurse wollen wir nochmal mit unserem Koordinator verhandeln…zwei der vier Kurse sind halt wirklich sinnlos für uns, da wir da zusammen mit den Franzosen unterrichtet werden und selbst die Dozenten uns schon gefragt haben, ob wir uns denn nicht langweilen würden. Wir versuchen, die aus dem Stundenplan zu kicken…oder zumindest soweit, dass keine Anwesenheitspflicht herrscht und wir einfach nur die Prüfung mitschreiben.

Prüfungen sind dann schon das nächste Thema 🙂
Wir schreiben in fast jedem Kurs zwei Prüfungen, insgesamt 24 – und das bis Weihnachten! Diese Zahl schockt mich immer wieder und ich frage mich wirklich, wie das die Franzosen drei Jahre lang durchhalten! Da finde ich das deutsche System schon sehr viel besser und entspannter 🙂

Obwohl vieles an der Uni neu und ungewohnt ist, tut es auch wieder gut, etwas sinnvolles Theoretisches zu machen und den Kopf ein wenig anzustrengen. 🙂 Deshalb werde ich mich hier richtig reinhängen und bin super motiviert, weil ich nach Möglichkeit Ende April wieder in Deutschland sein will.
Das nächste Mal deutschen Boden unter den Füßen habe ich allerdings glücklicherweise schon in drei Wochen – während der Vacances de Toussaint bin ich für eine Woche in Regensburg 🙂

Wer sich gerne meine Fakultät anschauen möchte, kann das hier tun:
http://www.youtube.com/watch?v=7g1enj_lPQM (et oui, faut comprendre le français! 😀 )
Ansonsten freue ich mich natürlich immer über Besuch 🙂

Bis bald,
Lisa