Carnaval – Roi du Sport

Vom 17. Februar bis 4. März ist Nizza im Karnevalsfieber.
Das heißt, dass fast jeden Tag irgendwelche Spektakel stattfinden, für die man (leider) bezahlen muss. Allerdings ist die Eröffnungs- und die Abschlussveranstaltung kostenlos, und genau das haben Marion und ich ausgenutzt 🙂 Dieses Jahr steht der Karneval unter dem Motto „Roi du Sport“, also König des Sports.

Nachdem ich Freitag gegen 19.30 Uhr von der Arbeit gekommen bin, haben wir uns fertig gemacht und sind mit dem Bus in die Stadt gefahren. Die Eröffnung hatte schon begonnen, wir sahen zuerst zwei Balletttänzerinnen, die an riiiiesigen Seifenblasen hingen und Kunststücke vollführten. Das Ganze zu wundervoller Musik und alle schauten gebannt zu. Insgesamt gesehen war mal richtig was los, die Place Masséna war voller Menschen  und damit war auch richtig schöne Stimmung.
Danach hatten sich die Grundschulen von Nice ein kleines Programm mit Trommeln und Gesängen ausgedacht, leider konnten wir sie nicht sehen, da wir trotz Ellenbogengerangel nicht bis nach vorn gelangt sind und somit nur auf den Großleinwänden etwas sehen konnten.

Der Höhepunkt war dann der Moment, in dem der Karnevalskönig und die Königin auf den Platz gefahren sind, das waren einfach mal zwei riiiiiiiesige Figuren – total beeindruckend, die von nur einem Meter Entfernung aus zu sehen 🙂 Marion und ich haben viele Fotos geschossen und haben erfolgreich gegen alte Omis und Opis gewonnen, die sich immer vordrängeln wollten.
Dann gab es noch Feuerwerk und gegen 21.30 Uhr war der ganze Spaß schon wieder vorbei und wir wurden vom Moderator ins Bett geschickt „Bonne nuit à tous!“…
Wir waren aber noch lange nicht müde und haben somit beschlossen, uns die umliegenden Hotels mal anzuschauen, um zu sehen, was die Konkourrenz so macht. 🙂 Im Hotel „Westminster“ haben wir sogar eine Führung durchs Hotel vom Rezeptionisten bekommen. 😉

Wir machten uns dann auf den Weg nach Hause, zu Fuß, weil die Bushaltestelle für die Nachtbusse schon zu weit weg war. Somit sind wir die gesamte Strecke zurück gelaufen und haben noch einen kurzen Stopp am Radisson gemacht und Claire und Frank Hallo gesagt. 🙂

Am Samstag in der Früh ist Marion dann nach Paris zu ihrem Freund geflogen, so dass ich mit Lucia alleine war. Da sie allerdings ihr Wochenende hatte und ich arbeiten war, haben wir uns fast gar nicht gesehen.
Auf Arbeit lief am Samstag einfach alles schief, was schief laufen konnte. Es fehlten Reservierungen im System, weil unser Fax kaputt ist, und jeder Gast hatte irgendein Problem oder war nicht zufrieden und wollte dies und jenes nicht bezahlen. Vanessa und ich waren einfach nur kaputt und wollten, dass der Tag so schnell wie möglich vorbei geht. Als ich dann endlich nach Hause gekommen bin, hab ich mich einfach nur noch ins Bett gelegt und Zeitschriften gelesen.

Um den schrecklichen Samstag irgendwie zu vergessen, hatte mich Vanessa am Sonntag zu einem Apéro zu sich eingeladen. Nach der Arbeit bin ich dann also zu Vanessa gefahren, dort waren noch ehemalige Kollegen von ihr, alle um die 10 Jahre älter als ich und total nett. Wir hatten viel Spaß, Pizza, Kuchen und Alkohol haben ihr Übriges dazu getan, so dass ich letztendlich um 4 Uhr morgens in meinem Bett lag und zum ersten Mal richtig froh war, am nächsten Tag Spätschicht zu haben. 🙂

Montag bin ich dann mit richtig guter Laune auf Arbeit gegangen und diese hat auch bis abends angehalten. Ich habe mit meinem Chef geredet und mein Praktikumsende abgesprochen: Am 26. Juni 2012 ist mein letzter Arbeitstag!! 🙂

Heute und morgen hab ich frei, dann geh ich nochmal drei Tage arbeiten und dann drei Tage frei, um den ersten Deutschland-Touristen Nizza zu zeigen 🙂

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Vier Tage Urlaub

Die neue Praktikantin ist noch am gleichen Tag, also Samstag angekommen, zusammen mit ihrem Bruder (der noch über das Wochenende geblieben ist). Ich habe die beiden begrüßt, wir konnten aber nicht so lange reden, weil ich Spätschicht hatte und mich auf den Weg machen musste. Als sie unsere Wohnung gesehen hat, hat sie gleich gesagt: „Schöne Wohnung, aber es sind ja alle Zimmer besetzt, das ist ja voll doof.“ Da haben wir dann Javier ins Spiel gebracht und somit wohnt Jente jetzt bei Javier. Das Schlüsselnachmachen ging auch problemlos und somit hat Marion und mein Gedankenspiel funktioniert und wir haben uns ganz doll gefreut.
Jetzt werden wir sehen, wann die nächsten Praktikanten kommen, es müssen ja auch welche für die Sommersaison bleiben…bis jetzt haben wir nur eine Anfrage für ein Mädel Anfang Mai. Damit könnte dann auch ich leben, für die letzten zwei Monate wird das schon irgendwie funktionieren.

Dank eines tollen Arbeitsplans hatte ich letzte Woche vier Tage zusammenhängend frei und das tat einfach mal richtig gut. Ich bin jetzt ziemlich erholt und kann wieder mit voller Kraft starten!
Montag habe ich nichts Besonderes gemacht, war nur ein wenig in der Stadt und hab ein paar Dinge gekauft, die ich hier bei uns nicht bekomme. Am Abend waren wir noch alle zusammen im Fitnessstudio. Lucia und ich sind zusammen hingegangen und Marion kam dann einer halben Stunde auch noch dazu. Das war zwar ganz schön, hat aber dazu beigetragen, dass ich ganz viel mit Marion gequatscht hab (jaa, es gab viel zu erzählen!) und weniger trainiert hab. Der Trainer hat dann richtigerweise fest gestellt: „Heut wird wohl eher die Sprache trainiert, was?“
Dienstag bin ich dann in die Bibliothek gegangen und habe mich da angemeldet, alles kostenlos und sogar das WLAN ist frei. Die Anmeldung ging ziemlich einfach, weil ich alles Notwendige schon mitgebracht hatte und die Frau außerdem sehr nett war. Dann habe ich mich direkt in den Studier- und Lesesaal gesetzt und drei Stunden lang meinem politischen, deutsch-französischen Wissen gearbeitet. Ich hab mich sehr „studentisch“ gefühlt. 🙂
Als dann mein Bauch vor Hunger anfing zu knurren, bin ich gegangen, ich wollte die anderen ja nicht stören 🙂 Also dann fix zur Bäckerei und ein Putenbrust-Baguette mit Salat und Tomate gegessen.
Danach bin ich nach Hause gefahren und hab den Abend mit den Mädels verbracht.
Mittwoch habe ich den SALE in der Avenue Jean Medecin ausgenutzt. Schöne Schuhe und Jeans wanderten in meine Tasche, für ganz schön wenig Geld 🙂 Abends gabs dann Tortellini, mit einer ersten Tüte „Tomaten-Mozzarella-Soße“ von Maggi – die hatte mir Nadine aus Deutschland migebracht. 🙂
Donnerstag vormittag bin ich ins Fitnessstudio gegangen und danach war ich wieder in der Bibliothek und wollte eigentlich diesen Blogartikel veröffentlichen. Da mein wordpress-Programm das allerdings nicht so toll fand, konnte ich kein Copy-Paste machen…so richtig Lust alles nochmal abzutippen hatte ich aber auch nicht. Das WLAN der Bibliothek geht dafür suuuuper. Ich hatte in den letzten 6 Monaten noch nie so ein gutes Internet 😀
Abends wurde dann im SushiShop geschlemmt. Quasi als Abschluss meines Kurzurlaubs war ich mit Nadine und Claire Sushi genießen und es hat sich mal wieder gelohnt. Ich habe leider vergessen, ein Foto zu machen, aber das wird bei Gelegenheit nachgeholt, weil es wirklich echte Schmuckstücke sind, diese großen Sushi-Röllchen.

Seit drei Tagen bin ich jetzt wieder arbeiten und heute hatten wir auf Arbeit richtig viel zu tun, es standen 130 Check-Outs an. Es hat dafür aber richtig Spaß gemacht und dafür nehme ich auch eine 20-statt 45-Minuten-Pause in Kauf. 😉
Mittwoch ist dann mein einziger freier Tag, da werde ich wohl Wäsche waschen und in die Bibliothek gehen und dann arbeite ich 6 Tage am Stück.

Und noch kurz zum Wetter: Ich bin grad echt froh, nicht in Deutschland zu sein…bei uns sind „kalte“ 5 Grad und ich friiiiiere – sowohl draußen als auch auf Arbeit. Durch die ständig offenen Türen zieht es schrecklich doll in der Lobby und uns ist ständig kalt. Da hilft nur eins: viel Tee trinken! 🙂

Aus 2 mach 4

Für vier Wochen lang hatten Marion und ich Luft zum Atmen, genug Platz um uns Auszutoben, Auszuruhen, zu Kochen und einfach auch mal zu Reden. Wir haben uns immer besser verstanden und sind somit von dem üblichen, anonymen „Ca va?“ direkt zum „Qu’est-ce qui t’as fait chier aujourd’hui?“  übergegangen.
Der Januar war (trotz des Wetters) bis jetzt der schönste Monat hier. Alles lief super, das Team auf Arbeit war super und alle waren irgendwie glücklich.

Seit einer Woche ist jetzt Lucía bei uns, eine Spanierin. Sie macht ein Praktikum bis Anfang Juli im Housekeeping, wird also Assistentin der Gouvernante sein. Ich habe letzten Sonntag brav auf sie gewartet, damit sie nicht gleich zu Beginn vor verschlossenen Türen steht. Lucía ist ein nettes Mädel, 22 Jahre alt, sie kommt aus Marbella und spricht seeeehr wenig französisch. So wenig, dass wir eigentlich nur auf Englisch miteinander kommuniziert haben – was für mich jetzt nicht so schlimm war, aber dadurch hat sie natürlich nicht wirklich was gelernt. Jetzt, nach einer Woche, redet sie schon ein wenig mehr Französisch, da sie ja auch auf Arbeit irgendwie alles verstehen muss. 😉

Und weil neue Leute kennen lernen ja soviel Spaß macht, hat sich Alexis, der Praktikant, der für die Einstellung von Praktikanten zuständig ist (also ein Praktikant im Personalbüro), gedacht: Heeey, cool, dass das mit den Mädels so gut klappt, da kann ich ja gleich noch eine einstellen.
Wir haben also GESTERN erfahren, dass entweder HEUTE oder MORGEN eine Niederländerin zu uns kommt. Da ich auf Arbeit war, hat mir Marion das Ganze erst gegen 23 Uhr gesagt und somit haben wir die halbe Nacht diskutiert, wie wir es schaffen, die Niederländerin zu Javier, dem spanischen Praktikanten, zu bringen. Der wohnt nämlich alleine in der Wohnung und hat somit zwei freie Zimmer.
Wir wissen nicht, wann sie kommt, wie, wo, was – das Einzige, was wir wissen, ist, dass sie Montag zu arbeiten anfängt. Toller Mist.

Falls sie also, nur mal hypothetisch angenommen, heut abend ankommt, ist niemand bei uns da. Ich bin arbeiten, Marion und Lucía sind bei Alexis‘ Crêpe-Party (zu der ich nach der Arbeit auch noch gehen werde) – sie wird also alleine sein, nicht wissen, in welches Zimmer sie gehört (weil sie in keines der Zimmer gehört) und naja, schon ganz schön doof.
Und auch wenn das jetzt extrem böse klingt, mir tut das nichtmal leid. Denn wenn sie auch nur eine Mail an Alexis geschrieben hätte mit ihren Ankunftsdaten, dann hätten wir uns ja ein wenig nach ihr richten können.

Die ganze Zimmergeschichte ist noch nicht ausgeklüngelt. Ich werde auf alle Fälle bis Anfang März in meinem Zimmer bleiben, um meine ersten deutschen Touristen ( 🙂 ) zu empfangen – danach, und darauf habe ich gar keine Lust, das Zimmer wechseln und in das kleine Zimmer ziehen.
Am Allerallerallerbesten wäre es natürlich, wenn eine der beiden freiwillig erklärt, zu Javier zu gehen. Dann bleib ich nämlich in meinem Reich 🙂

Und jetzt sollte ich mich so langsam mal auf den Weg ins Bad machen, sonst wirds stressig. 🙂