Umzuuuug

Die nächsten vier Tage werde ich bei Claire übernachten, weil bei uns in der WG ein wenig Platzmangel herrschen wird. Die Mädels haben sich nicht abgesprochen, wann wer Besuch bekommt und somit sind jetzt alle auf einmal da. Das neeeervt.
Laras Freundin ist gestern abend schon angekommen, Marions und Fayes Freund kommen heute Abend an. Damit ist kein Bett mehr für mich frei, da ich nicht unbedingt mit Marion und ihrem Freund in einem Zimmer schlafen will…
Claire hat sofort zugesagt und sich riesig gefreut, als ich sie gefragt hab, ob ich bei ihr schlafen kann. Jetzt muss ich nur noch meine Sachen packen, ihren Schlüssel habe ich schon bekommen 🙂
Vor ein paar Tagen hat Marion unser Zimmer umgeräumt, weil es ihr einfach ein wenig zu klein geworden ist. Jetzt haben wir super viel Platz und mein Bett steht endlich an der Wand, so wie ich es die ganze Zeit haben wollte. Und Marion hat Recht behalten, irgendwie haben wir jetzt viel mehr Platz 🙂
Ansonsten hab ich noch einen Film, den ihr euch, falls er in den deutschen Kinos erscheint, unbedingt sehen müsst: „Les Intouchables“ (Die Unantastbaren). Ich war mit Claire und ihrer Freundin am Dienstag in Kino und wir sind alle drei richtig begeistert gewesen! Ein wunderschöner französischer Film, der zugleich lustig und berührend ist.
Hier der Trailer zum Film:

http://www.allocine.fr/video/player_gen_cmedia=19253309&cfilm=182745.html

Danach waren Claire und ich mal wieder Sushi essen…es tut einfach so gut, mal etwas anderes außer Nudeln und Fisch vom Hotel zu essen… 🙂 An diesem Abend meinte Claire, dass sie schon jetzt traurig ist, wenn ich dann im Juni wieder nach Deutschland gehe. Das war so niedlich von ihr, dass sie sich da jetzt schon Gedanken drüber macht…:)
Aber glücklicherweise bleiben uns ja noch 8 Monate, die wir sowas von nutzen werden 🙂

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Chocolat chaud und andere Leckereien…

Vor zwei Wochen ging es mir für 2-3 Tage nicht so gut, ich hatte mich wohl ein wenig erkältet und hustete die ganze Zeit. Schnupfen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen kamen noch hinzu und das an meinen freien Tagen…:(
Ich habe die Tage trotzdem genossen, trotz ziemlich schlechten Wetters. Montagabends bin ich zu Claire gegangen und wir haben superleckere heiße Schokolade getrunken, Filme geschaut und zum Abendessen gab es Nudeln mit Cordon Bleu – alles wundervoll und mit Liebe zubereitet. 🙂 Abends ist dann noch Guillaume nach seiner Spätschicht vorbeigekommen, wir haben einfach nur geredet und gelacht. Guillaume hat mich dann, nachts halb 2, mit seinem Auto mitgenommen, es hat nämlich ganz schrecklich geregnet – wie in Deutschland!
Den nächsten Tag, Dienstag, ging es mir schlechter, so dass ich den ganzen Tag im Bett verbracht habe, mit Taschentüchern, IPod, Ricola und vielen Tassen Tee. Mittwoch habe ich dann auf Arbeit sämtliche Hotelgäste, Kollegen und Mitarbeiter angesteckt 🙂 – zumindest habe ich die gesamte Zeit gehustet, so dass mein Chef kurz davor war, mich zum Arzt zum schicken.

Donnerstag ging es mir zum Glück viel besser, sogar so gut, dass ich nach der Arbeit noch mit Guillaume gemeinsam am Strand was trinken war. Wir haben uns auf große Felsen gesetzt und die Wellen waren besonders hoch und sehr stürmisch, so dass wir manchmal sogar einige Wasserspritzer abbekamen. Es tat irgendwie mal wieder richtig gut, das Meer und den Strand zu sehen – und Nizza von seiner schönsten Seite zu erleben. In solchen Momenten kann ich es nicht glauben, dass ich das Meer direkt vor der Haustür habe und mich so oft ich will an den Strand setzen kann. Wenn man eine Weile hier wohnt, vergisst man irgendwie, wie fasziniert man anfangs vom Meer, von der Sonne und vom Himmel war.

Am Freitag bin ich nach der Arbeit noch mit dem Bus ins Zentrum gefahren, weil ich nicht gleich nach Hause gehen wollte. Claire ist spontan mitgekommen und so haben wir einen schönen Tag verbracht. Wir sind erst ins fnac gegangen, das ist ein Geschäft, in dem es alles rund um Medien gibt: CDs, DVDs, Computerspiele, aber auch eine ganze Etage voller Bücher. Dort habe ich mir dann endlich „meinen“ Bescherelle gekauft. Der Bescherelle ist sozusagen das Regelwerk des Französischen. Ich würde es am ehesten mit dem deutschen Duden vergleichen, mit dem Unterschied, dass im Duden ja nur die Rechtschreibung erklärt wird. Beim Bescherelle gibt es verschiedene Ausgaben, ich hab mir eine gekauft, in der alle Verben aufgelistet sind mit der kompletten Konjugation und dann noch ein anderes Buch, das die komplette französische Grammatik behandelt. Danach sind wir ins fnac-Café gegangen, was wohl jetzt eine meiner Lieblingsorte werden wird. Dort gibt es nämlich fabelhafte, riesengroße Muffins und Cookies zu kaufen 🙂 Man kann sich dann einfach an einen der Tische setzen und ein Buch lesen, oder einfach mit Freunden quatschen. Claire hat sofort zwei ihrer Freundinnen getroffen und so habe ich wieder neue Leute kennen gelernt. Wir haben dann ein wenig über dies und das geredet und danach sind Claire und ich auf die Suche nach einer Wärmflasche gegangen. Ich hab meine unglücklicherweise in Deutschland vergessen, weil ich mir dachte, dass es so kalt ja nicht werden wird. Jetzt habe ich aber doch ab und an kalte Füße und da gibt es nunmal nichts Besseres als eine Tasse Tee und eine Wärmflasche. 🙂 Die Suche nach dieser gestaltete sich jedoch als recht schwierig. Es gab überall Kirschkernkissen für die Mikrowelle, aber keine kuschligen Wärmflaschen. Erst im letzten Geschäft, das uns einfiel, haben wir dann eine hellblaue Wärmflasche gefunden, die letzte 🙂 Da sie auch vom Preis her okay war (um die 8 Euro), habe ich sie dann mitgenommen. Claire und ich haben dann noch ein wenig nach einer Winterjacke und Stiefeln Ausschau gehalten, aber leider nichts gefunden. So langsam bekamen wir dann Hunger und da weder ich noch Claire auf die normalen Nudeln zu Hause Lust hatten, sind wir Sushi essen gegangen. Das war wohl die beste Idee, die wir hatten. Da ich in Deutschland Sushi bis jetzt nur einmal probiert hatte und es mir nicht wirklich geschmeckt hatte, war ich anfangs etwas skeptisch, aber Claire kannte sich aus und hat mir alle möglichen Sorten erklärt. Das Sushi-Restaurant hatte eine Riesenauswahl und es fiel mir richtig schwer, mich zu entscheiden! Schließlich fiel meine Wahl auf 3 verschiedene Sorten: den Klassiker Lachs mit Reis, dann mit Gurke, Frischkäse und Lachs, und mit Ziegenkäse und getrockneter Tomate. Ich bekam jeweils 6 Stück serviert. Nachdem ich dann auch mit den Stäbchen einigermaßen klar kam, wurde das Essen ein richtiges Vergnügen! Claire war überglücklich, dass sie nun jemanden gefunden hat, der mit ihr Sushi essen gehen kann und ich war glücklich, weil ich etwas Neues kennen gelernt hatte und Sushi nun wohl öfter auf meinem Teller landen wird. Ich bekomm Hunger…:)

Von der Arbeit lässt sich nicht so viel berichten…wir werden ab nächster Woche nur noch zwei Chefs, drei Rezeptionistinnen und drei Nights sein – die Wintersaison beginnt endgültig. Ich kann also nur hoffen, dass es nicht so viel zu tun geben wird, sonst wird es sehr anstrengend werden.
Vor einer Woche fand ja der G20 in Cannes statt und deshalb war das Hotel fast ausgebucht. Außerdem gibt es noch einen kleinen G20 von „Jeunes Entrepreneurs“ („Junge Unternehmer“, frei übersetzt), dessen Teilnehmer sind komplett im Hotel untergebracht. Zudem beherbergen wir noch die italienische und indische Delegation des G20. Der G20 wird bei uns hochgehandelt, es gibt 24 Stunden Security und wir haben spezielle Instruktionen erhalten. So zum Beispiel bekommen die Teilnehmer schönere Willkommensumschläge, dazu ein Geschenk vom Veranstalter und einen Stadtplan von Nizza. Die italienische Delegation bekommt außerdem alles bezahlt (also, nicht vom Hotel, sondern vom Veranstalter), weder Minibar noch Zimmerservice werden auf die persönliche Rechnung gesetzt. Das ist schon ein wenig krass und ein gehöriger Unterschied zu den bisherigen Gruppen, die bei uns Konferenzen und Meetings gebucht hatten.

Am 31. Oktober haben wir dann Halloween gefeiert.
Ich mag ja eigentlich diese ganze Verkleidungsgeschichte nicht und deshalb hab ich mich frühzeitig aus dem Staub gemacht und Guillaume von der Arbeit abgeholt. Zuvor hatte ich noch Wein für die Mädels und zwei Bier für mich und Guillaume gekauft und so sind wir erstmal wieder an den Strand gegangen und haben das Meer genossen.
Auf dem Weg zu unserer WG haben wir noch bei der Pizzeria Halt gemacht, um neben dem Wein auch noch etwas Essbares mitzubringen. Als Guillaume und ich dann gegen 22 Uhr hier ankamen, war die Party schon im vollen Gange – allerdings mit extrem viel Alkohol. Marion hatte Tequila und Rum und die Mädels haben einfach alles mit allem gemischt. Neben Marion und Faye war übrigens noch eine Freundin von Marion da und Alexis, der Praktikant der Personalabteilung. Also nicht übermäßig viel los. 😉
Geplant war eigentlich, dass wir dann abends alle gemeinsam in den High Club gehen, das ist der größte Club Nizzas, dementsprechend teuer, aber dafür auch mit Super-DJs. Marion und die anderen hatten dann aber keine Lust mehr, weil sie auf den Bus hätten warten müssen und sie wollten auch nicht hinlaufen…
Guillaume und ich hatten Glück, dass Lara, die kurz zuvor erst von der Arbeit gekommen war, meinte, dass Kollegen sie mit dem Auto abholen würden und wir da mitfahren könnten. Somit sind wir dann zu fünft in die Altstadt gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir eine ewig lange Schlange am High Club gesehen, für die man sicher eine Stunde lang anstehen musste. Wir haben uns dann recht schnell entschieden, nicht in den High Club zu gehen, sondern in der Altstadt zu bleiben. Dort angekommen sind wir in eine Bar namens Bliss. Sie war relativ klein, aber dadurch auch gemütlich. Der DJ war Geschmackssache, Lara fand ihn total super, ich  fand ihn eher so lala. Die Musik war gut zum Tanzen geeignet, aber das wars auch schon. Zudem war es in der Bar sehr stickig durch die vielen Menschen…wir sind circa eine Stunde geblieben, danach wollten wir weiterziehen.
Das Problem an der Sache war, dass einige Discos niemanden mehr reingelassen haben nachts um 2 Uhr, wieder andere legten auf eine Halloween-Verkleidung wert, die keiner von uns hatte. Somit hatte der Abend dann einen recht faden Ausklang, weil es dann doch etwas langweilig wurde. Lara und ich sind dann mit dem allerletzten Bus nach Hause gefahren.

 

(Diesen Artikel habe ich schon vor einer Woche geschrieben, trotzdem poste ich ihn erst jetzt. Warum? Darum. 🙂 )