Happy Birthday, Lili :)

Ja, ich weiß. Nein, es gibt keine Entschuldigung.

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Es gibt viele positive, aber leider auch einige negative Dinge, die mir so passiert sind in den letzten Wochen. Alles in allem hatte ich allerdings viel Spaß und hab definitiv zwei wirkliche, richtige Freunde gefunden 🙂

Auf meinen Geburtstag hatte ich eigentlich nicht wirklich Lust – das erste Mal weg von Familie und Freunden und das ist dann irgendwie schon etwas anderes… ein komisches Gefühl.
Bereits Mittwoch kam ein großes Paket mit der Post und auch die nächsten Tage folgten kleinere Päckchen und Briefe und Postkarten. Somit steigerte sich die Spannung und Sonntagvormittag konnte ich dann endlich alles aufmachen – und mich einfach nur freuen, so tolle Freunde und Familie zu haben. Ihr habt mir meinen Schokoladenvorrat bis Weihnachten gesichert! 🙂

Da ich trotz meines Geburtstages fleißig auf Arbeit gegangen bin, habe ich sehr darauf gehofft, dass eine meiner Kollegen an mich denkt – facebook weiß ja alles…:)
Über die Packung Celebrations, die ich mitgenommen hatte, haben sich natürlich alle gefreut, allerdings hat keiner gefragt, warum-wieso-weshalb. Da war ich dann schon ein wenig enttäuscht … nach ungefähr zwei Stunden ist dann allerdings ein Kollege, Guillaume, ins Büro gegangen und nach ein paar Minuten wieder rausgekommen mit den Worten: „Lisa, geh mal ins Büro; Claudia will dir etwas zeigen!“ Ich dachte erst, ich hab irgendwas falsch gemacht, aber im Büro hing ein Zettel an der Pinnwand mit den Worten „Happy Birthday, Lili“ und Claudia umarmte mich dann auch gleich und gratulierte mir.
Im Laufe des Abends hat dann jeder auf dem Zettel unterschrieben und somit hab ich ein tolles Souvenir von meinem ersten französischen Geburtstag.
Zu Hause angekommen wurde ich schon vom Balkon aus mit einem Geburtstagsständchen begrüßt und in der Küche gab es dann kleine Geburtstagstörtchen und Kerzen. Außerdem hab ich von den Mädels echte Nizzaer Seife bekommen 🙂

Der Tag nach meinem Geburtstag war dann fast noch schöner. 🙂
Ich hatte mich mit einer Kollegin, Claire, verabredet und wir sind zusammen ins Kino gegangen. Das erste Mal französisches Kino hier! Wir haben „Un monstre à Paris“ (Ein Monster in Paris) geschaut, ein Trickfilm, der sehr schön gezeichnet war. Außerdem hab ich alles verstanden und das machte das Ganze noch schöner. Danach wollte ich eigentlich mit Faye ins Ma Nolans, die irische Bar, gehen, um am Quiz teilzunehmen. Als ich Faye dann schließlich angerufen habe, meinte sie allerdings, dass es ihr jetzt zu spät ist (es war 20 Uhr…) und sie nicht fertig ist und nicht mehr in Stadt mag.
Claire hat sich dann spontan bereit erklärt, mit mir auch noch den Abend zu verbringen und so sind wir noch eine ganze Weile durch die Stadt gebummelt und sie hat mir dieses und jenes gezeigt. Letztendlich sind wir dann in einer Pizzeria hängen geblieben, die verdammt gute Pizzas gemacht hat – wir haben den Abend also in vollen Zügen genossen. 🙂

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BNP, Diablo und Eze

Nach sieben Wochen Stress mit der Bank, der Post und meinem „Conseiller“ (Bankberater) habe ich letzten Samstag doch tatsächlich meine Bankkarte erhalten – ich hatte eigentlich gar nicht mehr dran geglaubt und fest mit dem Gedanken gespielt, einfach zu einer anderen Bank zu gehen. Die Unfreundlichkeit des Personals bei der BNP hat ihr Übriges dazu getan und die Frau am Empfang schien sich zu freuen, dass sie mich nun nicht mehr jede Woche sehen muss – das Ganze beruht auf Gegenseitigkeit. Mit meiner grasgrünen „Carte bleue“ kann ich nun endlich auch bezahlen und muss nicht ständig mit Kleingeld bzw. Scheinen hantieren.

Weiterhin hat Tornado, unser tierischer Praktikant, einen größeren Käfig bekommen. Dieses Plasteding sind sehr ulkig aus, aber Tornado scheint sich wohlzufühlen – er zeigt das besonders gern, indem er nachts gegen 3 Uhr das Laufrad benutzt… manchmal wird er deswegen in die Küche verfrachtet 🙂
Letzte Woche hat er es allerdings unfreiwillig übertrieben. Tornado ist durch einen dieser Schläuche gegangen, beim Herausgehen blieb allerdings irgendwie eine Pfote in diesem Schlauch stecken. Er versuchte sich selbst zu befreien, indem er wieder in den Schlauch krabbeln wollte. Dabei rieb er sich den Bauch auf, so dass er da jetzt gar kein Fell mehr hat und auch etwas geblutet h

at. Marion ist von dem Krach, den er gemacht hat, munter geworden und dachte erst, alles ist in Ordnung. Aber der Gute muss ziemlich schlimm ausgesehen haben und wir hatten dann doch Angst, dass er sich das Bein gebrochen hat. Marion hat dann nachts um drei ihren Freund, Jeremy, angerufen, um ihm das Schlamassel zu erzählen. Der konnte uns aber auch nicht wirklich weiterhelfen, so dass wir erstmal wieder ins Bett gegangen sind. Am nächsten Tag schien es Tornado gleich viel besser zu gehen und er konnte auch ganz normal laufen – zum Glück kein gebrochenes Bein…

Letzte Woche bin ich dann endlich auch mal zur „Colline du château“ gefahren, dieser Berg liegt am Stadtrand. Ich hatte somit eine wunderbare Sicht auf das Meer und die gesamte Stadt – das war schon sehr beeindruckend!


Auf dem Berg gab es dann auch einen richtig schönen Garten, mit ganz vielen Bäumen und einem kleinen Bistro. Da mir allerdings schon nach kurzer Zeit die Füße wehtaten, hab ich nicht den gesamten Park gesehen – ich werde es allerdings auf jeden Fall noch nachholen!
Danach bin ich nochmal durch den Jardin Albert 1er gelaufen,

das ist der größte Park in Nizza. Er liegt direkt in der Innenstadt und ist einfach „grün“ 🙂 Überall stehen Bänke, es gibt einige Kunstinstallationen sogar ein Kinderkarrusell.

Auf Arbeit gibt es übrigens nicht wirklich etwas Neues, heute durfte ich eher gehen, weil so wenig los war. Also, eigentlich war gar nichts los, weil die ganze Arbeit schon erledigt war 🙂 Die Spätschicht langweilt sich also jetzt noch…;)
Letzte Woche habe ich noch 10 Euro Trinkgeld bekommen von einem deutschen Ehepaar, die im Rahmen einer Konferenz im Hotel waren. Ich hatte ihnen beim Check-In die Museen gezeigt, die sehenswert sind und mich ein wenig mit ihnen unterhalten. Am Tag vor ihrem Check-Out haben sie mir dann erzählt, was sie alles gemacht haben und dass sie auch noch ins Musée Chagall gegangen sind. Im Gegensatz zum Musée Matisse kostet das 10 Euro und über diesen stattlichen Preis war ich ganz schön erschrocken. Nach ein paar weiteren Minuten haben wir uns dann voneinander verabschiedet und dann hat mir der Mann einfach zwei 5-Euro-Scheine in die Hand gedrückt mit den Worten: „Hier, für den Eintritt fürs Chagall-Museum.“ 🙂 Ich war total sprachlos und freute mich einfach nur. 🙂 Somit muss ich jetzt unbedingt auch noch ins Musée Chagall gehen, aber darauf freue ich mich total.

An meinen freien Tagen bin ich dann ein wenig durch die Altstadt gebummelt, von der kann ich einfach nicht genug bekommen 🙂 Und damit ihr euch auch ein wenig darunter vorstellen könnt, hab ich dann doch mal Tourist gespielt und einige Fotos gemacht. Am Place Rossetti, einem recht kleinen Platz direkt an der Kathedrale, hat eine Musikgruppe gespielt, die „Last Leeway“. Da mich die ganze Atmosphäre sehr an die Leipziger Fußgängerzone erinnert hat, bin ich circa eine halbe Stunde dort geblieben und hab einfach die Songs genossen 🙂

Außerdem hatte ich mir fest vorgenommen, einmal die gesamte Promenade entlang zu laufen … das hab ich dann auch gemacht. Für die 4 Kilometer bis zu mir nach Hause habe ich circa 45 Minuten gebraucht, wenn man die halbe Stunde, die mich ein Franzose aufgehalten hat, nicht mit einrechnet. Nach dem üblichen „Ca va?“ hat er mir erzählt, dass er auch schon im Radisson gearbeitet hat und aber zur Zeit in Vence, einer Nachbarstadt, beschäftigt ist. Ich bin wahrscheinlich außerdem an einen Lyriker geraten, er kannte sogar ein deutsches Gedicht…ich weiß leider nicht mehr, welches. Letztendlich hat er mir dann angeboten, mir ein wenig Cannes und Monaco zu zeigen. Da er ein Auto hat, wäre das tatsächlich eine Überlegung wert. Ich war dann aber doch ein braves Mädchen und hab nun nur seine Mailadresse 😉
Begegnungen solcher Art sind hier übrigens normal, man wird ständig von Leuten angequatscht (vordergründig quatschen Männer Frauen an…) à la „Ja, lass uns doch mal ein Glas trinken gehen.“ Das ist manchmal ganz schön nervig, wenn man einfach mal seine Ruhe haben will – andererseits merkt man so, dass die französische Kultur dann doch eine ganz andere ist. Franzosen sind viel offener und gehen direkt auf einen zu – Deutschen würde das wahrscheinlich nie einfallen.

Letzten Dienstag bin ich dann mit Nadine, der Deutschen, und Romain, ihrem Freund, nach Eze gefahren. Eze ist ein kleines Dorf, das etwa 20 Kilometer von Nice entfernt ist. Mit dem Auto haben wir ungefähr eine halbe Stunde gebraucht, da die üblichen Schlängelstraßen bergauf sehr viel Zeit gekostet haben. Bevor wir ins Dorf gefahren sind, waren wir noch auf einem Berg, der oberhalb von Eze lag. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Blick über die Côte d’Azur.
Das Dorf selbst ist sehr touristisch, es gibt an jeder Ecke irgendeinen Souvenirladen, der Kunstwerke oder Seife oder Ähnliches verkaufen will. Dennoch waren die kleinen Gassen schön anzusehen und somit hatte sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt; auch deshalb, weil ich endlich mal was von der Region gesehen hab und Eze eigentlich ein „Pflichtbesuch“ ist. 🙂

Gestern sind wir dann endlich auch mal unter der Woche ausgegangen. Fayes Eltern waren zu Besuch da und da sind wir ins Ma Nolans, eine irische Bar, gegangen; diesmal jedoch das am Hafen. Dort war viel mehr Platz und ich fand es insgesamt gemütlicher als die Bar im Alten Nice.
Fayes Papa hat uns eingeladen, so dass wir nicht einmal was bezahlen mussten – ich hab somit 8 Euro gespart 🙂 Beim Quiz konnten wir diesmal jedoch nicht überzeugen, obwohl wir zu fünft waren. Die Fragen waren einfach viiiiel zu schwer –Spaß gemacht hat es aber trotzdem.
Als wir uns dann von Fayes Eltern verabschiedet hatten und in den Bus gestiegen sind, wussten wir noch nicht, was passieren würde. Zwei Haltestellen nach uns ist auf einmal „Diablo“ eingestiegen. Hier im französischen Fernsehen gab es einen Tanzwettbewerb, „La meilleure danse“. Und Diablo & Speedylegs haben daran teilgenommen. Wir haben die Shows verfolgt und uns jeden Dienstagabend in unsere kleine Küche gequetscht, um über die Gruppen zu urteilen. Diesen Dienstag war dann das Finale, und Speedylegs und Diablo haben den zweiten Platz gemacht. Wir waren eigentlich fest überzeugt, dass sie gewinnen würden, aber gut…
Und gestern steigt Diablo einfach mal so in unseren Bus und setzt sich auf einen freien Platz. Marion hat ihn sofort erkannt und war kurz davor, loszukreischen. Sie wurde leicht hysterisch 🙂 Zwei andere Passagiere hatten ihn auch erkannt und so versuchten wir Fotos zu schießen, ohne dass er es merkt. Der Bus wurde allerdings ziemlich voll, so dass sich das als ziemlich schwierig erwies. Außerdem gab es dann noch ein paar Probleme mit den Kumpels von Diablo, die mit im Bus waren. Irgendwie müssen die auf die dumme Idee gekommen sein, im Bus Haschisch zu rauchen. Rauchen ist im Bus ja sowieso verboten und irgendwann hat dann eine Frau auch dem Busfahrer Bescheid gesagt. Die anderen Gäste regten sich dann allerdings darüber auf, dass die Frau den gesamten Bus aufhält. Somit wurde die Security angerufen, die dann die Frau in ein Auto verfrachtet hat und die komplette Strecke hinter uns her gefahren ist. Die Busfahrt war damit ein ziemliches Abenteuer, aber endlich ist mal etwas Spannendes passiert 🙂