Von Frettchen, Gewitter und schmerzendem „coup de soleil“

Die letzten Tage sind irgendwie wie im Flug vergangen, weil sich schon ein ganz klein wenig der Alltag eingeschlichen hat. Da ich ja bis 23 Uhr arbeite, geh ich meist mit schmerzenden Füßen ins Bett, nachdem ich noch kurz meine Mails gelesen habe. Dann schlafe ich bis 9 Uhr, dann gibt’s Frühstück und dann beantworte ich Mails, gehe einkaufen, räum auf oder genieße einfach nur die Sonne auf dem Balkon. Gegen 13 Uhr geh ich mich dann duschen und viertel 3 bin ich dann schon auf dem Weg zur Arbeit, um pünktlich da zu sein und um genug Zeit zu haben, falls noch irgendwas zu klären ist. Von meinem Arbeitstag habe ich ja bereits erzählt, es hat sich bis jetzt auch noch nicht viel geändert. Manche Tage sind etwas langweilig, weil ich Akten sortieren muss oder die Ankünfte für die Gruppen vorbereiten muss. Das macht keiner gern und deshalb wird die Arbeit gern an die Praktikanten, in diesem Fall also an mich, abgedrückt. Die Gruppenankünfte sind immer eine Sache für sich und eigentlich total simpel, nur irre zeitaufwändig. Ich muss zunächst eine Tabelle ausdrucken, in der alle Ankünfte der Gruppen aufgelistet sind. Die jeweiligen Gruppen, wir haben jeden Tag Emirates und zur Zeit noch irgendein Pharmaunternehmen, bekommen dann extra „Willkommens-Briefe“ – diese müssen von A4 auf A6 gefaltet werden, damit man sie dann in die Umschläge stecken kann. Das Pharmaunternehmen hatte rund 300 Teilnehmer, ratet mal, wer 300 Briefe gefaltet hat….. 😀 Es war dennoch ein wenig lustig, weil man das Mitleid der anderen merkt und immer, wenn jemand grad mal nichts zu tun hatte, hat mir derjenige ein wenig geholfen.
Im letzten Artikel hatte ich mich ja zur Genüge über das Essen in der Cafeteria des Hotels ausgelassen, die letzten Tage ist es aber immer besser geworden, was vor allem daran liegt, dass die „Maschine“ wieder geht. Es gibt nämlich so einen Automaten, in dem abends das ganze Essen verstaut wird und man sich mit so Wertmünzen, die man in der Personalabteilung bekommt, seine Mahlzeit zusammenstellen kann. Für eine Münze gibt es jeweils eine Vorspeise (Salat), eine Hauptspeise und ein Dessert (Käse und Joghurt). Und dazu gibt es oft im Kühlschrank noch „gratis“ Kuchen, der vom Tag übrig geblieben ist. Insgesamt ist das Essen jetzt also viel besser geworden, weil nicht jeder so viel nehmen kann wie er will. Wenn man allerdings erst spät seine Pause macht, kann es passieren, dass einiges schon leer ist.

Ansonsten habe ich mir jetzt ein kleines Heft zugelegt, in das ich neue Vokabeln schreibe, die ich so höre und die benutzt werden. Diese Woche ist ein Wort hinzugekommen, dass ich wohl nie mehr vergessen werde: le furet – das Frettchen. Jonathan hat mir in seiner Pause erzählt, dass er so ein Ding als Haustier hat und ich hab natürlich nicht verstanden, was er denn nun als Haustier hat. 😀 Er hat versucht, es mir zu erklären, aber mir ist kein Tier eingefallen, das größer als eine Ratte ist, aber fast genauso aussieht. 😉 Als wir wieder oben an der Rezeption waren, haben wir dann im Internet gegoogelt, was er meinte – und heraus kam Frettchen … es war wirklich lustig, weil er danach erklärte, dass er mit seinem Frettchen, das er übrigens in Japan gekauft hat, oft im Park spazieren geht. 🙂 Die sind schon ein wenig „bizarre“, die Franzosen. 🙂

In der Nacht von Freitag zu Samstag gab es hier in Nice ein echtes Naturspektakel zu beobachten: zum ersten Mal, seit ich hier bin, hat es geregnet! Faye und ich waren so begeistert davon, dass wir unbedingt ein paar Fotos schießen mussten. Es erinnerte uns beide so sehr an England bzw. Deutschland, dass wir überglücklich waren, etwas Bekanntes zu erleben. Zudem war das Gewitter schön anzusehen, da die Wolken noch dunkelrot bzw. lila vom Sonnenuntergang war. Im Spiel mit den Blitzen sah das Ganze einfach phänomenal aus – die Bilder können die Eindrücke leider nicht so gut wiedergeben.
Außerdem haben wir einen kuschligen Mädelsabend veranstaltet, mit heißer Schokolade und Kerzen 🙂 Dazu gab es eine französische Quizsendung, bei der wir gleich wieder ein paar Vokabeln gelernt haben. Ich hoffe, dass es diese Abende in nächster Zeit öfter geben wird.

Seit gestern ist auch eine neue Praktikantin hier, Lara aus den Niederlanden. Nadine, die Deutsche, hatte vorher ihre Koffer gepackt, so dass jetzt ein wenig Platz ist und Lara die erste Woche bei mir schlafen wird.
Mein zweiter Koffer ist ja nun auch schon angekommen und deshalb habe ich gestern den ganzen Tag mein Zimmer aufgeräumt und den Schrank neu eingeräumt. Ich bin wirklich froh, wenn ich dann das Zimmer für mich habe, da kann ich mich in zwei Schränken ausbreiten und muss nicht alle Klamotten quetschen.
Mit Lara bin ich gleich super zurecht gekommen, wir reden nun alle miteinander hauptsächlich Französisch, aber wenns mal nicht weitergeht, dann auch immer mal auf Englisch. Lara hat auch ein paar Jahre Deutsch gelernt und sie versteht mich wirklich gut.

Heute waren wir dann zu dritt am Strand, weil wir alle unsere freien Tage Montag und Dienstag haben, was ziemlich cool ist. Wir sind nach Villefranche-sur-Mer gefahren, das ist ein kleiner Ort, der ungefähr 15 Kilometer von Nice entfernt ist. Dort war es wirklich atemberaubend wunderbar schön. Wenn ich alt und runzlig bin, möchte ich ein Haus dort haben, mit Blick aufs Meer. Auf den Fotos könnt ihr ja sehen, dass es wirklich wunderschön war.
Der Strand war leider nicht, wie ein Kollege mir gesagt hatte, ein Sandstrand, aber die Kiesel waren sehr klein und so war es letztendlich ein sehr erholsamer Tag für uns alle. Mittags sind wir in ein kleines Bistro gegangen, das direkt am Strand lag und haben köstliches Bruschetta gegessen. Das Meer war mal wieder wunderbar und es strahlte in Villefranche auch richtig blau, ich kann immer noch nicht glauben, dass ich diese wunderbaren Orte immer erreichen kann. 🙂
Leider hatte ich mich anscheinend nicht gut genug eingecremt, so dass ich jetzt richtig schönen Sonnenbrand (coup de soleil, um mal den Titel zu erklären) hab, der zudem auch noch ganz schön wehtut. Ich hoffe, das geht bald vorüber. 🙂

Abends hat sich Lara mit einer Freundin getroffen, die in Monaco ihr Praktikum absolviert und Faye und ich haben ein wenig entspannt, Nudeln gekocht und gequatscht.

 

Unser Fazit war, dass es sich hier wirklich leben lässt 🙂

 

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Cardex und Steinstrand

Einige Tage sind ja nun schon wieder vergangen und ich denke, dass es heute mal wieder an der Zeit ist, ein wenig aus Nice zu berichten.

Ich habe nun schon einige Tage Arbeit hinter mir und kann immer noch sagen, dass es ein tolles Gefühl ist, hinter der Rezeption zu stehen und auf Fragen antworten zu können. Check-Ins darf ich mittlerweile alleine machen und auch sonst kann ich vieles selbst lösen und muss nicht erst jemanden um Hilfe bitten.
Ich fange 15 Uhr an zu arbeiten und mache meist zuerst „le rack“. Ich habe keine Ahnung, ob es dafür eine Übersetzung gibt, ich versuch es mal zu erklären. Es gibt an der Rezeption einen „Kasten“, der mit Registerkarten gefüllt ist. Auf den Registern steht jeweils die Zimmernummer. Wenn ein Zimmer belegt ist, befindet sich in diesem „Register“ eine sogenannter „Cardex“, das ist ein Zettel, auf dem die Daten des Gastes stehen, der gerade das Zimmer gebucht hat. Die Zimmer, die leer sind, sind demzufolge ohne eine solche Cardex. Meine Aufgabe „faire le rack“ ist es, alle die Cardex rauszusuchen, die an dem Tag ausgecheckt haben, also die das Hotel verlassen haben. Dazu muss ich eine Liste ausdrucken, auf der das alles drauf steht und dann die Cardex jeweils rausfiltern. Die müssen dann nach ihrem Ankunftsdatum sortiert werden und danach werden sie in Ordner verfrachtet. Die Ordner hasse ich, ich hab jedes Mal Angst, dass die Dinger auseinander fallen. Sie sind aus der gleichen Pappe wie unsere „alten“ Schulhefter und die halten ja bekanntlich nicht lange.

Wenn ich das geschafft hab, bereite ich die Ankünfte für den kommenden Tag vor. Das bedeutet, dass ich die jeweiligen Cardex ausdrucke und sie abgleiche mit den schriftlichen Reservationen, die von der Verwaltung kommen. Meistens stimmt da irgendwas nicht, so dass ich das dann überprüfen muss.

Während ich das mache, kann es natürlich immer passieren, dass alle Rezeptionstische besetzt sind und ich dann auch Gäste bedienen muss. Somit zieht sich die Arbeit in die Länge und kann auch mal etwas länger dauern.
Außerdem weiß ich auch schon seit meinem zweiten Tag, wie man Zimmerkarten wieder zum funktionieren bringt. Es kann ja sein, dass der magnetische Code durch das Handy gestört wurde und die Karte dann nicht mehr funktioniert. Dann muss ich eine Kopie der Karte machen, aber vorher immer überprüfen, dass der, der die Karte gebracht hat, die Zimmernummer weiß und den Namen.

Das alles ist eigentlich ganz einfach zu Lernen und wenn man es ein paar Mal gemacht hat, dann geht es wie von selbst 🙂
Ansonsten mach ich noch einiges mehr, aber ich glaube, es sprengt den Rahmen, wenn ich alle einzelnen Schritte erkläre – letztendlich könnte man sagen, dass ich arbeite. 🙂

Gegen 19 Uhr habe ich meist meine Pause, die kann sehr langweilig, aber auch wunderschön lustig sein. Ich habe 45 Minuten Pause, in der Zeit gehen wir in die Caféteria und dort gibt es Essen. Die Küche hat da bereits für das Personal geschlossen, so dass wir quasi das bekommen, was die Frühdienstler nicht haben wollten. Demnach ist das Essen, sagen wir, Geschmackssache. Wer nicht auf das Aussehen achtet und zudem vor nichts zurückschreckt, der kann satt werden. Am Sonntag war das Essen besonders grausig. Erstmal gab es keine Auswahl mehr, das heißt, es gab nicht einmal Salat oder so. Das Essen ist abends übrigens bereits in Plasteboxen abgepackt, so dass man es sich auf den Teller macht und dann einfach in der Mikrowelle erwärmt. Auf meinem Teller landete also grausig aussehender Fisch, den ich sofort bei Seite getan habe, zudem so etwas wie Pizza, nur mit Blätterteig. Ich weiß nicht, mit was das belegt war, aber man konnte es essen. Und dann hatte die Küche einfach noch eine Tomate mit in die Boxen getan, die hab ich dann auch noch gegessen. Dazu gab es noch eine Art Capuccinocreme – und das wars. Und dabei hatte ich richtig viel Hunger 😦

Jonathan, ein Kollege, hat nach mir Pause gemacht und er ist nach 15 Minuten wieder gekommen. Ich hab ihn gefragt, ob er was gegessen hat und er meinte nur: „Ja, ich habe einen Kaffee gegessen.“ Ich bin also nicht  die Einzige, die sich über das Essen beschwert. 😉

Ansonsten kann ich noch berichten, dass am Mittwochabend mein geliebtes, vier Jahre altes Handy den Geist aufgegeben hat.
Ich bin abends nach der Arbeit noch mit zu den Jungs gegangen und wir saßen noch ne Weile auf dem Balkon und haben was getrunken. Irgendwann haben wir ein Geräusch gehört, in etwa so, wie wenn ein Stein auf Asphalt schlägt. Jeder hat erst einmal den anderen angeschaut, bis ich dann gemerkt hab, dass mein Handy nicht mehr in meiner Hosentasche war. Wir sind also runter gegangen und haben mein Handy gesucht. Nach circa zehn Minuten hatten wir den Akku gefunden, und ein paar Minuten später dann auch den Rest des Handys. Es sieht äußerlich wirklich gut aus, dafür, dass es einen 10-Meter-Sturz hinter sich hatte. An der einen Seite sind nur ein paar Kratzer. Allerdings funktioniert der Bildschirm überhaupt nicht mehr, so dass es als Handy wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist.
Das Handy ist also aus meiner Hosentasche gerutscht und dann durch eine Lücke zwischen der Brüstung und dem Boden des Balkons hindurch gefallen.
Warum ist da auch so ne dämliche Lücke?
Dank Frank werde ich allerdings schon Ende dieser Woche ein neues Handy haben, da er so lieb war, und mir sein altes Handy geliehen hat. 🙂 Das müsste jetzt schon auf dem Weg nach Frankreich sein, da es in meinem zweiten Koffer ist, der seit Montag unterwegs sein müsste.

An meinem freien Montag habe ich erst einige Postkarten geschrieben, die jetzt schon unterwegs nach Deutschland sind. Später bin ich dann mit dem Bus in die Stadt gefahren und habe mir ein wenig die Shoppingmöglichkeiten angeschaut. Die Einkaufsstraße hat mich sehr an Leipzig erinnert, es gibt Pimkie, C&A, Mango, Zara, H&M uuuund Promod 🙂 Das H&M hab ich leider nicht gefunden, ich war anscheinend zu blind dafür. 🙂 Ansonsten gab es da noch ein riesiges Einkaufszentrum, das Nice Étoile (étoile – Stern), es ähnelt dem Nova Eventis, nur dass es einfach mal mitten in der Stadt steht.
Nach meinem kleinen Shoppingausflug bin ich dann gemeinsam mit Faye, der Engländerin, und Firas (ich hoffe, man schreibt ihn so…) an den Strand gegangen. Da es schon um drei war, sind wir in Nice geblieben und haben unsere Handtücher auf dem Steinstrand ausgebreitet. Die Steine „massierten“ uns sozusagen, aber auf Dauer konnte man sich nicht mehr bewegen, ohne zu ächzen und zu jammern, dass alles wehtut. 🙂

 

Das Meerwasser war wunderbar, endlich mal ein wenig Abkühlung. Wenn ich jetzt daran denke, könnte ich sofort an den Strand gehen 🙂 Wir haben dann bis 20 Uhr am Strand gelegen, gequatscht und die Sonne genossen. Das war wirklich schön.
Nächste Woche, an meinen drei freien Tagen, werden wir an einen Sandstrand fahren. Wir wissen noch nicht genau wohin, aber ich bin mir sicher, dass es da sehr schön werden wird. In solchen Momenten fühlt es sich sehr unwirklich an, dass ich an einem Urlaubsort wohne und arbeite. Und auch sonst habe ich noch nicht wirklich realisiert, dass ich hier bis Ende Juni wohnen werde. Aber ich denke, in ein oder zwei Monaten wird die Erkenntnis kommen 😉

Mehr weiß ich jetzt erst einmal nicht zu berichten, ich werde mich sicher in ein paar Tagen wieder melden. 🙂

 

Nicht mehr lange…

…und ich werde einen neuen Post veröffentlichen. Da allerdings so viel passiert ist und ich natürlich über alles berichten will, muss ich noch einiges hinzufügen, sowie ein paar Fotos hochladen.
Heute nach der Arbeit werde ich wohl noch eine Nachtschicht einlegen, so dass ich morgen früh den Artikel veröffentlichen kann. 🙂

Bis dahin, sonnige und warme Grüße aus Nice 🙂
Lisa

P.S. Die ersten Postkarten sind schon unterwegs 🙂

Erster Arbeitstag

Ich war gestern zum ersten Mal am Strand. 🙂 Nice hat leider keinen Sandstrand, alles ist sehr steinig. Das Wasser war angenehm kühl, auch wenn ich nur die Füße reingesteckt hatte 🙂

Ein paar Fotos hab ich natürlich auch gemacht.

Danach ging es dann auf Arbeit. Ich habe meine Uniform bekommen, Annie hat glücklicherweise einen Rock in der Größe 38 gefunden, sodass ich nicht wie ein Kartoffelsack (vorher hatte ich Größe 42!!!) aussah. Die Uniform insgesamt ist eigentlich ganz okay, die langärmelige Bluse stört etwas im Sommer … selbst im

klimatisierten Hotel ist es sauwarm. Ein Bild hab ich auch gemacht, aber darauf sieht man die Uniform nicht gut, ich werde es heute nochmal probieren.
Im Personalbüro haben sofort alle gesagt, dass mir die Uniform mit dem Blau total gut steht und zu meinen blauen Augen passt – ich hatte bis dahin keine Ahnung, dass ich blaue Augen hab, aber gut 😀
Jetzt im Sommer müssen wir glücklicherweise keine Strumpfhosen anziehen, weil man dann wirklich zerfließen würde in der Hitze.
Als ich dann hoch an die Rezeption bin, hat mir Cédric erstmal das Hotel gezeigt. Die Zimmer sind wirklich alle schön eingerichtet, jetzt versteh ich auch, dass man dafür viel verlangen kann 😉 Die Preise sind extrem hoch, aber trotzdem ist das Hotel nahezu ausgebucht. Das Hotel hat außerdem Junior Suiten, die das Fenster zur Stadt haben und Senior Suiten, die mit Blick aufs Meer sind. Dann gibt es noch eine Corner Suite, die Blick auf Garten und Meer hat und eine Riesen-Terrasse hat. Und dann habe ich wohl zum ersten und zum letzten Mal eine Präsidenten-Suite gesehen – riiiiiesig!! 120m2 groß, die Terrasse nicht mit eingerechnet. Das ist einfach der Wahnsinn – ich bin gespannt, wer und ob diese Suite in dem Jahr, in dem ich hier arbeite, bucht bzw. gebucht wird.

Nach dem Hotelrundgang bin ich dann von Nicolas in das Betriebssystem Opéra eingewiesen worden. Das ist das Programm, das man für alles rund um Reservierungen, Check-Ins, Check-Outs usw. braucht. Das Ganze ist ziemlich kompliziert, aber ich denke, ich werde es irgendwann hinkriegen – ich hab ja ein paar Monate Zeit.
Später hab ich dann eine 50-seitige Mappe bekommen, in der alles vom Hotel vermerkt ist, außerdem werden die Zimmer und nochmal Opéra erklärt mit Screenshots. Diese Mappe werde ich wohl unter mein Kopfkissen legen, damit ich mir irgendwie die ganzen Sachen merke…
Gegen halb 8 habe ich dann meine Pause gemacht und bin mit Nicolas essen gegangen. Das Essen ist abends immer im Kühlschrank zu finden und man muss es sich in der Mikrowelle aufwärmen. Ich hatte aber wegen der Hitze überhaupt keinen Hunger, so dass ich nur einen Salat und zwei „Fruchtzwerge“ gegessen hab. Das aufgewärmte Essen sah außerdem nicht so appetitlich aus, aber Romain und Nicolas haben mir versichert, dass es Fisch war, was sie da essen. Mal sehen, ob ich heute davon probiere…
Nach der Pause haben wir dann noch ein wenig mit dem Telefon rumgespielt, ich musste rangehen und die Anrufe weiterleiten ins Büro, wo Jonathan saß und dann mit mir geredet hat…das war ziemlich lustig 🙂
Cédric hat mich dann gegen 22 Uhr schon nach Hause geschickt, er meinte, es ist nicht viel los, also kann ich ruhig gehen. Außerdem hat er mir gesagt, dass ich gut mitgemacht hab und einen guten Eindruck hinterlassen hab. Da bin ich gleich viel beschwingter ins Bett gegangen. 🙂 Die Mädels waren noch munter und so haben wir noch eine Weile gequatscht und gelacht. Faye hatte Angst um mich, weil sie sich nicht sicher war, ob ich den Weg nach Hause im Dunkeln finden werde. 😀 Man muss eigentlich nur geradeaus laufen bis zu unserer Straße und dann den Berg hoch, es ist also nicht so schwierig 🙂

Heut vormittag war ich dann noch bei der BNP Paribas Bank, um ein Konto zu eröffnen, da habe ich morgen einen Termin mit so einem Typen von der Bank. Die Frau am Empfang war total nett und hat gefragt, was ich denn hier mache und dass mein Französisch sehr gut ist usw. 🙂

Danach habe ich mir eine neue Handykarte gekauft und dann noch ein Vorhängeschloss (le cadenas…ich hab echte Probleme, mir das Wort zu merken!) für meinen Schrank im Personalraum. Dort kann ich dann meine Sachen einschließen und auch meine Uniform bleibt dort über Nacht.

Mehr gibt es erst einmal nicht zu berichten, ich hoffe, euch geht es gut 🙂

Bienvenue à Nice!

 

Das ist mein erster Artikel, den ich von Nice aus schreibe – also eine echte Premiere 🙂

Ich bin gestern gegen halb 2 auf dem Nizzaer Flughafen angekommen, mein Koffer war auch relativ schnell da und so hab ich mir gleich ein Taxi gesucht. Nach 5 Minuten Taxifahrt war ich dann um 25 Euro ärmer – dafür aber am Hotel Radisson Blu.
Dort habe ich den Wohnungsschlüssel, eine Karte, mein Namensschild für die Uniform und einige andere Dinge bekommen. Mit Gepäck gings dann weiter zum Appartement, das jetzt für 11 Monate mein Zuhause sein wird…ich werde versuchen, es im Laufe der Zeit etwas wohnlicher einzurichten, aber da müssen die anderen Mädels auch mitreden 🙂
Mein Zimmer teile ich im Moment noch mit Nadine, deren Praktikum geht allerdings nur noch bis Ende des Monats. Wir haben an unserem Zimmer auch einen Balkon, der echt schön ist 🙂 Das Bad ist in Ordnung, ich hab genug Platz für meinen ganzen Kram 🙂
Die Küche ist irgendwie das Sorgenkind der Wohnung…der Kühlschrank ist einfach mal viel zu klein für 4 Mädels und es gibt gerade mal zwei Herdplatten…das ist alles ein wenig beengend – demzufolge werden wir wohl nicht oft kochen.

Gestern war ich dann noch mit Nadine im Zentrum von Nice, das echt schön ist. Sie hat mir einiges gezeigt und wir waren in ihrer Lieblingskneipe essen – der „Wrap poulet“ war richtig lecker und dazu gab es Pommes, die viel größer waren als die, die wir in Deutschland kennen.
Abends habe ich noch mit meiner Agentur telefoniert, sie wollten wissen, ob es mir gefällt und ob ich gut angekommen bin. Da ich von meinem „deutschen“ Handy aus angerufen habe, war irgendwann mein Geld alle, sodass ich mir heute erstmal dringend eine französische SIM-Karte von Orange besorgt habe.

Heute vormittag war ich im Hotel, um mir meine Bettwäsche und Handtücher abzuholen. Da hab ich wieder eine Menge Leute kennen gelernt, darunter auch einige Deutsche. Die Personalmanagerin Laura hat mir dann noch alles gezeigt, was in der Personalabteilung liegt, also, wo ich essen kann und so weiter. Danach war ich noch in der Lingerie, dort habe ich meine Uniform anprobiert – ein Grauen! Die Bluse ist soooo hässlich 😀 Naja, morgen werde ich sie zum ersten Mal tragen…. Der Rock war außerdem viel zu lang, da meinte Annie, die dort arbeitet, dass sie den noch kürzen wird oder sich irgendwas anderes einfallen lässt. Ich bin gespannt… 🙂
Danach war ich dann nochmal auf eigene Faust im Centre, hab mich – natürlich – verlaufen, weil ich mich nicht als Touristin ausgeben wollte und mit nem Reiseführer rumlaufen wollte. 😀 Es war sehr lustig, denn irgendwie stand ich auf einmal vor einem Orange-Laden, den ich ja gesucht hatte – ein Hoch auf die weibliche Intuition 😀

Danach bin ich mit dem Bus wieder nach Hause gefahren und hab erstmal kalt geduscht – die Hitze macht einen irgendwie fertig.
Kurz nach mir kam Faye, die Engländerin. Da hab ich dann endlich meine dritte Mitbewohnerin kennen gelernt – sie ist 20 und studiert Sprachwissenschaften. Wir haben uns eine ganze Weile in der Küche unterhalten, dann ist Nadine mit ihrem Freund Romain nach Hause gekommen.
Jetzt ist noch Nils da, ein weiterer deutscher Praktikant. Da Nadine und Nils Raucher sind, sitzen die beiden grad auf dem Balkon, während ich hier auf meinem Bett lieg 🙂

Mehr gibt es erstmal nicht zu erzählen, heut abend werde ich mal Skype ausprobieren 🙂

Wer meine neue französische Handynummer und meine Adresse haben möchte, kann sich gern per Mail melden: lisa.moeller92@web.de

Ich packe meinen Koffer…

Zwei Tage vor meiner Abreise ist der Koffer endlich gepackt – fünf Stunden hat dieser Akt gedauert und jetzt bin ich einfach nur noch froh, dass alles irgendwo untergebracht ist.

Da ich ja nur 20kg Reisegepäck mitnehmen darf, werden meine Eltern einen zweiten Koffer per Post nachschicken. Das ist wesentlich günstiger als einen zweiten Koffer aufzugeben oder Übergepäck beim CheckIn zu bezahlen. Dennoch wiegt mein Koffer 21,4kg, hoffentlich ist die Flughafentante nett und schaut nicht so aufs Gewicht 🙂

Es ist schon etwas komisch, einen Koffer für ein ganzes Jahr zu packen…glücklicherweise ist der Winter in Nizza so gut wie nicht vorhanden, so dass meine Winterjacke und -stiefel erst einmal zu Hause bleiben. Nachschicken kann man ja immernoch…

Mir wurde beim Packen auch erstmal klar, dass ich ganz schön viele Schuhe mitnehmen muss, da ich ja schon allein auf Arbeit schwarze Schuhe mit Absatz tragen muss – außerdem kann frau ja nicht jeden Tag die selben Schuhe anziehen 😉

Die letzten Stunden vor meiner Abreise werde ich nun mit den besten Freunden der Welt verbringen, die ich jetzt schon alle vermisse. Diese ganzen verrückten Leute machen es mir mit ihren Abschiedsgeschenken gar nicht so einfach, Deutschland zu verlassen und „mein“ Leben zu leben. Aber manchmal muss man halt egoistisch sein…

Ich werde dann am Montag, 15. August 2011 um 6.35 von Dresden aus erst einmal nach Düsseldorf fliegen, von dort aus geht es nach drei Stunden Aufenthalt weiter nach Nizza. Ankommen werde ich da planmäßig um 13.40. Danach soll ich mich erstmal im Hotel melden, dort werde ich dann sicher meine Bettwäsche, Handtücher und meine Uniform bekommen. Und dann bin ich endlich am Ziel, meine deutsche Mitbewohnerin wird in unserem Personalhaus auf mich warten und ich kann mein Zimmer beziehen, das ich zunächst mit ihr teilen werde.

Am Dienstag hab ich noch frei, ich fange erst am Mittwoch mit Spätschicht, also von 15 bis 23 Uhr, mein Praktikum an. Bis dahin werde ich also sicher Zeit haben, ein wenig die Stadt zu erkunden und mich mit meiner neuen Umgebung vertraut zu machen – hoffentlich entstehen ein paar schöne Bilder! 🙂